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Faschingsclub Geringswalde e.V.

 

„Heute gibt es keine Sorgen,

heut´ da geht es rund.

Denken heute nicht an morgen,

lachen ist ja so gesund.

Wenn auch mal einer brummelt,

er ist ein armer Tropf.

In Ei – Ei ist heute Karneval, Karneval, Karneval,

in Ei – Ei ist heute Karneval,

Ei, Ei – die Sau steht Kopf.“

 

Treffender als mit diesen Zeilen kann man Fasching in Geringswalde gar nicht definieren. Seit fast 20 Jahren schon sorgen faschingsbegeisterte Enthusiasten des Faschingsclubs Geringswalde alljährlich dafür, dass man für wenige Stunden dem oft so stressigen Alltag entfliehen und in eine Welt aus Spaß, Show und Klamauk eintauchen kann.

Doch wir als Verein wollen uns nicht mit „fremden Federn“ schmücken, denn diese Zeilen sind der Refrain eines Liedes, welches schon 1956 zum 1. Geringswalder Karneval gesungen wurde. Da man damals aber von Samstagabend bis Faschingsdienstag durchfeierte, lauthals durch die Stadt, von Betrieb zu Betrieb zog und dabei schon mal die Produktion lahm legte, wurde der Verein schlichtweg verboten. Denn die Planerfüllung hatte oberste Priorität und die konnte man sich von „wüst lustigen“ Narren nicht kaputt machen lassen.

 

Erst 33 Jahre später, nämlich im Spätsommer des Jahres 1989, keimte die Idee, dieser Tradition in Geringswalde wieder neues Leben einzuhauchen. Der Herbst 1989 brachte ja schon genügend gravierende Veränderungen mit sich, die den Mut, den Einsatz, ein Umdenken der Bürger forderte; zugleich aber auch Begeisterung auslöste. Die Menschen waren offen für Neues und warum sollte man all das nicht nutzen, um in Geringswalde Leute zu finden, die Spaß am Fasching haben.

So ähnlich müssen wohl die Gedanken von Petra Bartetzko (damalige stellvertretende Bürgermeisterin von Geringswalde) gewesen sein, denn sie war seinerzeit Hauptinitiatorin zur Gründung eines Faschingsvereins.

Begeisterungsfähige Geringswalder waren recht schnell gefunden – und so wurde im Oktober der Faschingsclub Geringswalde, kurz FCG, gegründet.

Dass ein Faschingsverein aber nicht nur ein Spaßverein ist, das merkten die Mitglieder relativ schnell. Anfänglich gab es viele Hürden zu nehmen, Probleme zu klären, denn Vereinsarbeit war für die meisten Mitglieder ein völlig neues Kapitel. Außerdem musste diesem kleinen Häufchen lebensfroher Geringswalder nun etwas Struktur verliehen werden, denn zu einem Faschingsverein gehören ein Elferrat, eine Funkengarde, die Saalpolizei und natürlich auch ein Prinzenpaar. Doch auch das wurde gemeinsam gelöst und so startete man mit dem Motto: „Aller Anfang ist schwer“ in die 1. Saison.

Der erste Schritt war getan, trotzdem wurde der Fasching in Geringswalde keineswegs zum Selbstläufer. Zum einen klemmte im Verein anfänglich finanziell die Säge – ein Problem, was andere Vereine zu der Zeit sicherlich auch kannten.

Auf Unterstützung durch die Stadt konnten wir nicht bauen, es mussten also Sponsoren gefunden werden. Die Suche nach Geldgebern gestaltete sich aber recht schwierig, da sich die Firmen und Geschäfte kurz nach der Wende noch nicht so etabliert hatten, um einen Faschingsverein finanziell am Leben zu erhalten. Doch wir gaben nicht auf und schafften es irgendwie immer wieder, uns über Wasser zu halten. An dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich bei allen Sponsoren bedanken, die uns in den letzten Jahren finanziell unterstützt haben und fast 20 Jahre Fasching in Geringswalde möglich machten.

Schon in der Saison 1991/92 stand der Fasching in Geringswalde aber kurz vor dem Aus, denn das Kulturhaus, seit vielen Jahren Heimat für alle tanzbegeisterten Geringswalder, für Festveranstaltungen und eben der Ort, an dem wir unsere Faschingsveranstaltungen durchführten, sollte abgerissen werden und einer sterilen Sparkasse weichen.

Für viele Geringswalder war das nicht nachvollziehbar, für uns ein „Schlag ins Gesicht“, denn mit dem Wegfall des einzigen noch nutzbaren Saales in Geringswalde wurde uns und unserer Arbeit im wahrsten Sinne der Boden unter den Füßen weggerissen.

Dem Engagement einzelner Mitglieder war es zu verdanken, dass recht schnell Alternativen gefunden wurden. Der Faschingsclub musste nun zwangsläufig auf seine Heimspiele verzichten und tingelte in den Folgejahren wie ein Wanderzirkus durch umliegende Gemeinden uns Städte. So erfreuten wir unter anderem die Bewohner von Topseifersdorf, Frankenau, Zollwitz, Hausdorf, Göritzhain, Zetteritz Königshain, Stein, Erlau, Roßwein, Waldheim, Hartha und Chemnitz mit unserem Können.

Glücklicherweise hatten wir bis dahin schon einige Geringswalder Bürger von uns überzeugt, so dass sie uns zu unseren „Auswärtsspielen“ einfach folgten. Vor allem nach Hoyersdorf, wo wir einige Jahre „verweilten“, pilgerten viele unserer heimischen Anhänger.

Trotz recht gelungener Veranstaltungen und regelmäßig zufriedener Gäste waren diese Jahre nicht das, was wir eigentlich wollten, denn unser Ziel war es ja, uns in Geringswalde zu präsentieren.

In der Saison 1996/97 war es dann soweit, dass wir erstmals wieder heimischen Boden betraten. Zwar war das Problem eines Saals noch nicht gelöst (Das ist auch heute noch so!), doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Deshalb versuchten wir kurzerhand den einzigen großen geschlossenen Raum, die Turnhalle in Hilmsdorf, in einen Saal für Faschingsveranstaltungen umzufunktionieren.

Im Großen und Ganzen lief das Experiment recht gut an, aber der Aufwand, der in den nächsten Jahren betrieben werden musste, war doch enorm. Zum einen war es sehr schwer, diesen Sporttempel mit dem nötigen karnevalistischen Flair zu versehen und zum anderen mussten wir zwischen den Veranstaltungen alles wieder zurückbauen, um den Schulsport und den Trainingsbetrieb anderer Vereine gewährleisten zu können. Viele tolle Ideen, ließen sich aufgrund der Gegebenheiten leider nicht in die Tat umsetzen, ein Fakt, der uns nicht so richtig glücklich machte.

 

Viele Probleme lösen sich aber bekanntlich von selbst, denn im Jahre 2004 wurde die Turnhalle grundlegend saniert. Da diese Arbeiten genau in die Faschingszeit fielen, standen wir wiederholt da und wussten nicht wohin. Die Möglichkeit den Fasching in diesem Jahr ausfallen zu lassen kam gar nicht in Betracht, also musste schnellstmöglich eine Lösung her. Diese lag nur ca. 100 Meter Luftlinie von der Turnhalle entfernt. Die Betreiber der Gaststätte in Hilmsdorf, Werner und Christine Gutschale, boten uns ihre Hilfe und Unterstützung an. Ein großes Festzelt sollte auf die Wiese hinter der Gaststätte gestellt und mit dieser verbunden werden.

Anfänglich gab es viele Bedenken und nicht alle Mitglieder konnten sich gleich an den Gedanken gewöhnen, doch eine andere Alternative gab es wohl nicht. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war diese „Notlösung“ nicht die schlechteste. Die Stimmung im Zelt war besser, die Atmosphäre familiärer als in der Turnhalle. Seither halten wir an der Lösung fest und  das Festzelt wurde eine feste Größe im Geringswalder Faschingsleben, in dem wir neben den bewährten Veranstaltungen zum Faschingsauftakt, der Hauptveranstaltung im Februar und dem Kinderfasching zuletzt auch einen Weiberfasching und einen karnevalistischen Frühschoppen mit großem Anklang durchführten.

Die Vor- und Nachbereitungen sind seither eigentlich noch aufwendiger geworden, denn zweimal im Jahr muss das Zelt auf- und abgebaut, der Boden verlegt, es faschingsfein hergerichtet werden…. Hier wird aber auch deutlich, wie gut der Zusammenhalt und das Klima im Verein ist, denn ob es regnet oder schneit, es gibt immer genügend Hände, die dort tatkräftig zugreifen.

 

Im Herbst des Jahres 2008 geht der FCG nun in seine 20. Saison. 20 Jahre Fasching in Geringswalde waren aber nicht nur von der ständigen Suche nach dem passenden Veranstaltungsort gekennzeichnet, nein, geprägt wurde diese Zeit in erster Linie von tollen Programmen und so mancher Attacke auf die Lachmuskeln unseres Publikums.

Glücklich und zufrieden sind wir als Karnevalisten nur dann, wenn sich unsere Gäste bei uns wohl fühlen und gut amüsiert haben. Bevor es aber soweit ist, heißt es in unzähligen Zusammenkünften und Proben die passenden Programmbeiträge zu kreieren und bühnenreif vorzubereiten. Dabei kommt es schon mal zu verschiedenen Standpunkten und heftigen Diskussionen. Das liegt vor allem daran, dass wir an uns selbst einen recht hohen Anspruch haben, denn wir wollen unser Publikum nicht mit alten Kamellen langweilen, sondern mit neuen „Highlights“ verzaubern. Nach 19 Jahren wird das aber immer komplizierter, denn die Bandbreite dessen, was wir in unseren Programmen schon ver- bzw. bearbeitet haben, ist schon enorm groß. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich einmal die Mottos vor Augen hält, die in den letzten Jahren den thematischen Rahmen unserer Auftritte vorgaben. So entführten wir unser Publikum zum Beispiel ins „Reich der Märchen“, reisten gemeinsam mit ihm „In 80 Tagen um die Welt“, luden ein zum „Kessel Buntes“ oder ließen die 80er Jahre noch einmal Revue passieren. Auch aktuell- politische Probleme wurden in unseren Programmen thematisiert – und so lautete unser Motto im Jahre 2001: „Die DM ist futsch, der Euro ist da – wir bleiben die Alten, auch im 13.Jahr.“

Fasching ist für uns also keineswegs ein saisonbedingtes Vergnügen mehr, eigentlich ist es eher ein „Ganzjahresjob“, der nur funktioniert, wenn sich jedes Vereinsmitglied mit einbringt und bestimmte Strukturen verinnerlicht. Jeder muss seinen Beitrag zum guten Gelingen einer Saison leisten, ob aktiv im Programm oder zum Beispiel beim Bau von Kulissen. Koordiniert wird alles durch den Vorstand, der aber engagierte Mitglieder an seiner Seite weiß, die für die Programmgestaltung oder die Einstudierung von Tanzchoreografien bei unseren Tänzerinnen und Tänzern verantwortlich sind.

 

Trotzdem läuft nicht immer alles rund und so gab es bei unseren Auftritten auch mal kleinere Zwischenfälle, mit denen wir im Vorfeld so nicht rechneten. So verirrte sich einmal eine Kartoffel auf ihrem Weg zur „Zielperson“ und schlug leider auf einem Lampenschirm ein, der daraufhin das „zeitliche“ segnete. Ein anderes Mal sorgten Wunderkerzen für „dicke Luft“, da sie unsachgemäß auf dem hochglanzpolierten Parkettboden abgelegt wurden und dabei ihre Spuren hinterließen. Im Endeffekt können wir aber über diese kleinen Malheurs nur lächeln, denn der Schaden hielt sich immer in Grenzen.

Weitaus schlimmer wäre es für uns, wenn unsere Gäste missgestimmt und unzufrieden nach Hause gehen würden. Da unser Publikum altersmäßig sehr breit gefächert ist, gelingt es uns natürlich nicht immer, jeden zufrieden zu stellen, genau auf seine Bedürfnisse einzugehen. Aber noch ist unser Verein ein „Teenie“, der sich in den nächsten Jahren sicherlich noch weiterentwickeln wird und dem man jetzt noch kleinere Fehler zugestehen sollte.

 

Aktuell zählt der Faschingsclub Geringswalde 48 aktive Mitglieder, von denen 5 schon Gründungsmitglieder waren. Die Geschicke hält der Präsident (Andreas Teichmann) zusammen, der zu seiner Unterstützung und Ausführung besonderer Aufgaben 11 „junge“ Herren (den Elferrat) an seiner Seite weiß. Für Ordnung bei Veranstaltungen sorgen die Männer der Saalpolizei und nicht zu vergessen sind unsere „Elfen“, die Frauen des FCG, die sich in den letzten Jahren vor allem durch ihre tollen Tanzeinlagen auszeichnen konnten. Besonders stolz macht uns der Umstand, dass wir seit dem Sommer 2007 wieder eine Kinderfunkengarde in unseren Reihen haben, die sich schon im November erstmals dem Geringswalder Publikum präsentieren konnte. Nicht vergessen wollen wir an dieser Stelle Harald Hofmann mit seiner „Vulkandiscothek“, der zwar kein Mitglied im Verein ist, uns aber seit Jahren tatkräftig zur Seite steht und eigentlich mit zur „Familie“ gehört.

 

Zuletzt bereicherte der FCG oftmals auch außerhalb der 5. Jahreszeit das kulturelle Leben in Geringswalde und umliegender Gemeinden. So gestalten wir seit Jahren das Neptunfest anlässlich des Talsperrenfestes in Kriebstein aus und traten mit ausgewählten Programmpunkten zum Dorffest in Aitzendorf auf. Ein Höhepunkt in der Vereinsarbeit der letzten Jahre war auch die „Wetten, dass…?“- Veranstaltung zum Teich- und Anlagenfest 2006, die wir gemeinsam mit dem Crossener Karnevalsverein vorbereiteten und durchführten.

Mitglieder unseres Vereins unterstützen als Schauspieler auch regelmäßig den „Miskus“, beispielsweise bei den Aufführungen zum „Bierkrieg“.

 

Intern ist der Faschingsclub wie eine große Familie, die zusammen lacht, gemeinsam leidet, es vor allem aber auch versteht, gemeinsam zu feiern. Deshalb gehören die Veranstaltung am Rosenmontag bei unseren Freunden in Kriebethal, unsere eigene Faschingsveranstaltung am Faschingsdienstag, genauso wie die alljährlich stattfindenden Weihnachtsfeiern, Schlachtfeste, das Faschingsclubzelten oder das gemeinsame Rodeln fest in den Veranstaltungskalender eines jeden Mitglieds. In Geringswalde muss sich keiner wundern, wenn im Frühjahr eine Polonaise auf der Mittweidaer Straße getanzt wird oder wenn einem einmal eine Biene und ein Häschen auf dem Fahrrad entgegen kommen, nein, dann steht beim FCG „ die Sau mal wieder Kopf“.

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn uns unser Publikum in den nächsten Jahren weiterhin so tatkräftig unterstützt und wir mit euch gemeinsam noch viele schöne Veranstaltungen feiern können.

 

 

In diesem Sinne Dessch. Ei, Ei!

Notiz Da auch wir mit den "modernen Zeiten" gehen wollen, richten wir ab sofort für Euch eine Tickethotline ein.

Tickethotline erreichbar unter 0176 42909145

Ihr erreicht euren freundlichen Ticketverkäufer (das ist die Karena Henschel) unter angegebener Rufnummer täglich zwischen 8.00Uhr und 20:00Uhr.

In diesem Sinne schon jetzt mal ein kräftiges Des'sch Ei Ei!